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Peter Stein ist Richter. In einem solchen Beruf hat man sich persönlich zurückzunehmen. Gefühle, private Ansichten und persönliche Meinungen haben in einem Urteil nichts zu suchen. Lust und Phantasie verschafft er durch Malen und Schreiben Ausdruck. Seine Texte sind voller Ironie und satirischer Kraft. Sie zeigen ihn als einen zutiefst altmodischen Menschen: Hier besteht einer auf Meinungen und Standards, hier wird Dummheit lächerlich gemacht. Damit zeigt sich Stein als Bruder im Geiste von Karl Kraus - nur komischer.
Seinen ersten Roman ("Flughundfilets") veröffentlichte er unter einem Pseudonym. In literaturwissenschaftlichen Seminaren wird solch ein nicht linearer Rührteig als neoistische Liaison bezeichnet. "Wasser" ist handfester. Unverkennbar steht die Auseinandersetzung mit realen Charakteren und konkreten Verhältnissen im Vordergrund.
Im Kern ist Stein Sammler. Er stöbert durch alles, was geschrieben ist. Unablässig werden sprachliche Delikatessen markiert, ausgeschnitten und neu montiert. Sein Vorratslager ist weniger Zettelkasten als Munitionsdepot.
Stein (Jahrgang 1950) lässt sich nicht vereinnahmen. Sein Credo ist kritische Distanz. Trotzdem lacht er gern. Dass er das gute Leben schätzt, sieht man ihm an. Allerdings besteht er darauf, dass es allen gut geht. Noch so eine altmodische Ansicht.

